Kaizen

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Kaizen bedeutet, mit kleinen, sehr einfachen, kontinuierlichen Schritten Veränderungen einzuleiten und umzusetzen. Diese Vorgehensweise ist unser Mittel der Wahl auf dem Weg zu effizienter Teamarbeit.

Es gibt verschiedene Strategien, etwas zu verändern: Kaizen und Innovation.

Veränderungsstrategie Innovation

Meistens ist bei einem Wunsch nach Veränderung die erste Strategie die der Innovation: "Es muss sich hier sofort etwas ändern!", "Ab morgen arbeiten wir anders zusammen!". Verständlicher Wunsch, funktioniert nur so gut wie nie. Wir hören vom radikalen Neuanfang, von der bahnbrechenden Innovation, vom genialen Geistesblitz - aber wenn man hinter die Kulissen schaut, stehen langjährige Prozesse dahinter, die viele Schritte und auch Fehltritte benötigt haben. Und das ist auch gut so.

Veränderungsstrategie Kaizen

Die Größe eines Schrittes bestimmt entgegen unserer intuitiven Vorstellung NICHT die Größe seiner Wirkung.

Kleine Schritte wirken besser und sind nachhaltiger, als die großen radikalen Veränderungen. Das liegt unter anderem an der Funktionsweise unseres Gehirns: Größere Veränderungen oder Abweichungen von der Gewohnheit werden vom Mittelhirn als Gefahr interpretiert und lösen als Schutzreaktion Stress aus. Die Energie wird dann vom Kortex, in dem die höheren Funktionen wie Denken, Schlussfolgern und die Kreativität beheimatet sind, abgezogen und in andere Körperregionen gelenkt. Das hatte in unserer Entwicklungsgeschichte auch seine Berechtigung: In Gegenwart eines Säbelzahntigers war es nicht hilfreich, erst mal über die Konsequenzen eines Angriffs nachzudenken.

Heute laufen diese Reaktionen noch immer ab, meist unbewusst und auch dann, wenn wir entschlossen sind, etwas zu verändern. Wir verharren in Gewohnheiten, auch wenn wir sie nicht gut finden, denn Veränderungen sind unangenehm. (Die einzige Ausnahme von diesem Mechanismus ist, wenn wir völlig begeistert von etwas sind.)

Wenn wir etwas verändern wollen, geht das deshalb viel einfacher, wenn dass das Alarmsystem erst gar nicht aktiviert wird. Das geht leicht in kleinen Schritten, die zur Gewohnheit werden, bevor sie als Abweichungen erkannt werden. Das sind die kleinen, einfachen Moves. Dann ist der Widerstand sehr gering und es werden substanzielle Veränderungen mit wenig Aufwand möglich.

Quellen

  • Maurer, R.(2012): The Spirit of Kaizen: Creating Lasting Excellence One Small Step at a Time, Mcgraw-Hill